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Fasnachtssprüche und philosophische Sprüche zum Thema 

 

Neben allgemein gebräuchlichen und lokaltypischen Fasnachtssprüchen (Teil 1) findet man auch hinreichend philosophische Grundlagen für das närrische Treiben über die tollen Tage (Teil 2).

Die folgenden Sprüche sind zum Teil vielerorts im Einzugsbereich der schwäbisch-alemannischen Fasnet, mit lokal und regional unterschiedlichen Dialekt- und Textvarianten (Schwäbisch/Alemannisch), gebräuchlich, andere wiederum nur lokal zu hören, und stehen auch heute noch meist in Verbindung zu Heischebräuchen:


 

"Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz'
und wenn die Katz' it hoorig isch
dann fängt sie keine Mäuse nicht!"

"Bissig, bissig, bissig isch d'r Hund
und wenn d'r Hund it bissig isch
dann isch er au it g'sund!"

"Borschtig, borschtig, borschtig isch die Sau
und wenn die Sau it borschtig isch
dann gibt sie koine Leberwürscht!"
"Gizig, gizig, gizig isch de Beck
und wenn de Beck nit gizig wär,
no gäb er au a Weckli her."

"Gizig, gizig, gizig sind die Leit,
und wenn die Leit it gizig sind,
dann sind sie au it g'scheit!"

"Gizig, gizig, gizig ischt dar säl,
und wän dar säl nit gizig wär,
no gäbtar au a Gutsle här!"

"Gizig, gizig, gizig ischt dr Metzger,
und wenn dr Metzger it geizig wär,
no gäb er au a Wirschtle her - Narri!"

 

"En d'r hendere Gass,
en d'r vordere Gass,
do wohnt a dicker Beck,
der streckt da Arsch zom Fenschder raus,
mer moint, es sei en Weck,
's ischt koin Weck,
's ischt koin Weck,
's ischt d'r Arsch vom alte Beck."
"Narro, Narro, Lumpehund,
häsch nit gwisst, dass d’Fasnet kunnt,
hetsch dirs Mul mit Wasser griebe,
wär dirs Geld im Beitel bliebe,
Narro, Narro, Lumpehund !"
(Villingen, ähnlich in Überlingen ...)

"Hanselema, Lumpehund,
waisch jo it, wenn d'Fasnet kunnt,
d'Fasnet isch scho lang vorbei,
Hanselema war it debei."
(Furtwangen)

 

"Narro, sibe Sih,
Sibe Sih sin Narro gsi !"
(Rottweil)

"Narro kugelrund,
d'Stadtleit send wieder älle g'sund"
(Rottweil)
"Lirum, Larum, Leffelstiel,
die alde Wiewer fresse viel,
die junge miesse faschte,
Stickle Brod im Kaschte."
(Wolfach)
"'S goht en Buur in Garte
und schiißt,
butzt 's Fidle mit Neßle -
ei, ei, ei, des biißt.
O het i nu
des Kritli kennt,
no het i 's Fidle
nit verbrennt. Narro!"
"Luschdig isch die Fasenacht,
wenn mi Mueter Küechli bacht,
wenn sia aber keine bacht,
no pfeif (pfief) i uf die Fasenacht."
"Blätz am Füdle,
Blätz am Loch,
Hungerlüder sin er doch!"
(Waldshut)
"Wenn iser Lehrer gschider wär,
no bricht er uns nit froge
un mir mien uns dann gar nie meh
mit Huusufgabe ploge.
Narro!"

 

"'S isch en Buer in Brunne gheit
han en höre plumse.
Han gmeint 's isch en große Maa,
jetzt isch es nu en Stumpe.
Narro!"
Mir Narre, mir Narre,
mir sind it räecht im Grind,
doch oft sind dia it gscheiter,
wo koine Narre sind.
(Wangen)


"D' Lit sin halt veränderlich
wie's Wetter im April.
Die junge Maidli wehret sich,
die alte hebet still."
"Alli Vegili pfiffed so hell,
bis am Zischdig z'Obed,
alli Wieber hättet is gern,
oh wie simmer bloged."

 

"Blätzelebuebe eins, zwei, drei,
gond vum erste Hahneschrei
Gäßle uff und Gäßle ab,
klopfed alle Winkel ab.
Strähled Mädle, Wieb und Ma,
strähled alles drum und dra.
Sufed, was so kunnt dezu,
Narro, Narro Blätzlebue!"
(Konstanz)
"Annili Susannili,
wo häsch au du din Bart,
do dunne am Schlabimperle,
wo's Wasser usi fahrt."

"Annili Susannile,
wie macht mo au de Käs,
mo duet en in e Kibili
und riert en mit em Fiddili,
no wert er guet und räs. Narro!"

 

"Ech ha en Narr am Säili,
ech ha en recht fuwischt,
ich lass en nimmi renne,
bis d'Fasnet ummi ischt."
"Suurkruut schmeckt mer nit
un' Riebä sin mer z'sies,
Buuremaidle mag i net,
die hon so krumme Fies."
"Wenn isre Magdt gi melke got,
no melkt si ersch die Blass,
si streckt de Arsch zum Fenster nus
und lodt en Furz uf d'Gass. Narro!"
"Isre Magdt und s'Nochbars Magdt,
die soachet a de Halde,
isre soacht en Eimer voll,
di ander nu en halbe."
"Wenn isre Magdt gi suufe goht,
no werd si rabiat,
si suuft de Essig us de Flasch
und soacht en in Salat."
"Isere Magd hät Fischli butzt
untere alte Eiche,
s'isch ere oes is Schlitzli g'rutscht,
jetzt ka se nimmi seiche."
"Nudle, Nudle is i gern,
aber nu die g'sottne,
schöne Maidle küss i gern,
aber s'isch verbote."
"Is're Magd gfallt alle Liet,
mit ihrem schene Schorz.
Bloß wemer a de Bändel zieht,
no lot die Suu en Forz."
"Isre Katz hät Jungi ka,
konner woes vu wem,
de Nochbor hät en Goässbock ka,
vielliecht sind s'au vu dem."

"I de untere Schtadt,
i de obere Schtadt,
do don die Buure dresche,
’s Müllers Magd häts Hemd verbrennt,
jetzt ka mers nimme wäsche !"

"Narro, Narro, Wiisbrod,
Gib mer e Schtickle Schwarzbrod!"
(Villingen)

  "Schudreck, Schudreck mit de Schäre
Moch die alte Wiiber z'bläre."
(Elzach)

"Schudreck, Schudreck voller Ruaß
Het a Hämpfele Dreck am Fuaß."
(Elzach)

 

"Hex mit dem Besä
fahrt mit dä Schesä.
d'Schesä keit um
und d'Hex ischt krumm."
(Bräunlingen)

 

O brennet se a, o brennet se a
die Fasnet an dem Galge dra.
Und bläret au aus vollem Schlund,
dass recht bald wieder d'Fasnet kunnt.
(Überlingen)
Wie kennen den Vater, wir kennen den Sohn,
's sind alle zwei Narren seit Lebzeiten schon!
(Weingarten)
Jokli mit dr Giige,
Jokili mit em Bass,
Jokili het in d'Hose gschisse,
Ei, was isch denn das?
(Endingen)

 

Jokili, Jokili, jei,
an dr Fasnet läbt mr frei,
an dr fasnet läbt mr froh,
Jokili, Jokili, jo!
(Endingen)

 

Alti Häx im Schnoogeloch
het kei guate Kaffee kocht;
am Sunndig het si Hochzit gha;
alli Lit sin gstorbe dra!
(Endingen)
Dr Adlerwied ond sei Frau
dia leabed ganz genau,
ond wenn se nons mai hoand,
no fressad se Kohlraba
ond verbrennte Epflschnitz,
dass dr Dreck zom Arsch naus pfitzt.
(Gruol)
Fahr ufe, fahr abe, fahr Laufeburg zue, wie tanze die Narre, wie chläppere die Schueh! 
(Laufenburg)

'S isch Fasnacht, 's isch Fasnacht, d'Buure frässe Würscht, und wenn sie alli gefrässe händ, so lönd si langi Füürz!
(Laufenburg)

 

Noch viel mehr Sprüche gibt es in einem Büchle von Wulf Wager!

 

Jetzt wird's philosophisch!

"Narre sin au Lüt, un mengmol gschiiter wie andere!"

(
Gerhard Jung)

"Ein Leben ohne Feste
ist wie ein langer Weg ohne Einkehr."

(Demokrit, griechischer Philosoph)


"Lieber einmal im Jahr närrisch
als das ganze Jahr verrückt."

(Volksweisheit)


"Was die Sonne für die Natur,
das ist die Freude für unser Leben."

(Wibbelt)


"Humor ist das einzige,
das man im Leben ernst nehmen muss;
alles andere
muss man mit Humor ertragen."


"Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus dem wir nicht vertrieben werden können."

(Jean Paul)


"Alle Narrheit erschöpfen -
so gelangt man zum Boden der Weisheit"

(Ludwig Börne)


"Die große Stärke der Narren ist es,
daß sie keine Angst haben, Dummheiten zu sagen."

(Jean Cocteau)


"Wenn wir alt werden,
so beginnen wir zu disputieren,
wollen klug sein
und doch sind wir die größten Narren."

(Martin Luther)


"Der Stein der Weisen sieht dem Stein der Narren
zum Verwechseln ähnlich."

(Joachim Ringelnatz)

"Der Heiterkeit sollen wir,
wann immer sie sich einstellt,
Tür und Tor öffnen,
denn sie kommt nie zur unrechten Zeit."

(Arthur Schopenhauer)

"Wenn ich scherzen will, sage ich die Wahrheit.
Das ist immer noch der größte Spaß auf Erden."

(George Bernard Shaw)

 

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